Am Rande von Mönchmeierhof liegt die Biogerberei von Alexander Siebenaller. Ein unscheinbarer Hof. Von außen ist nicht erkennbar, was in den ehemaligen Stallungen des Hofes passiert. Alexander ist Gerber aus Leidenschaft. Sein Ziel: Leder und Pelz in seiner natürlichsten Form.

„Gerben kann jeder!“ Er selbst hat mit einem „Maurertrog“, einem Zugmesser und einem Topf angefangen
und dann die Leidenschaft in sich entfesselt. Alexander ist einer der forscht und entwickelt. Er hat versucht, altes Wissen auszugraben und wieder zu beleben und nach dem „trial and error“ Prinzip seine Art des Gerbens perfektioniert. Es ist ein Knochenjob. Zuerst werden die Häute von Haaren (Kalkbad) und Fleischresten befreit. Danach werden sie in ein Essigbad gelegt, um den Kalk wieder auszuwaschen. Das eigentliche Gerben passiert mit ausgekochter Rinde, der so genannten „Brühe“. Nach dem Gerben muss das Leder geölt und weich gezogen werden. So entsteht Bioleder mit hohem Qualitätsstandard, das bereits vom Zeughaus in Graz als historisch
korrekt zertifiziert ist.

Es wäre nirgendwo auf der Welt notwendig, dass Menschen, Tiere und Natur durch giftige Gerbverfahren Schaden nehmen. Tote Flüsse ohne Fische, missgebildete Kinder, verseuchter Boden, all das sind die Folgen einer globalen Lederproduktion, die wir ausgelagert haben.

Alexander gibt sein Wissen bereits weiter. Seit 2016 gibt es eine Ausbildung vor Ort, Freiwillige aus aller Welt nehmen sie gern in Anspruch und lernen in mindestens 6 Wochen Grundlagen, um daheim selbst mit der Hand zu gerben.

Alexander wünscht sich: „Für die Zukunft eine echte Ausbildungsstätte zu werden, um das wiederbelebte Wissen an Menschen weiter zu geben, denen nur wenig Technik zur Verfügung steht. Dafür braucht es ein Finanzierungskonzept, denn dann wäre die Ausbildung ein Jahr lang.“

Das macht Bioleder anders:

  • Gerbstoffe werden aus diversen Rinden mit Wasser extrahiert. Tierhäute und Felle werden ohne Zusatzstoffe gegerbt (chromfrei, giftfrei und synthetikfrei).

  • Kreislaufwirtschaft: Alle Produkte sind Neben- oder Abfallprodukte und werden vollständig in einen
    natürlichen Kreislauf gebracht. Z.B. dienen die Reste von Tierhaaren den Wildbienen als Mineralstoff. Gemahlene Rinde, die beim Gerben übrig bleibt, wird getrocknet und als natürlicher Dünger oder Mulch verwendet.


  • Für die Gerberei werden alte Maschinen und Werkzeuge wieder fit gemacht und laufend repariert.

  • Wertvolle Rohstoffe werden sinnvoll genutzt. Wenn behördlich verordnet Füchse geschossen werden,
    würden ihre schönen Felle in die Tierkörperverwertung kommen. Alexander hat sie davor bewahrt und gegerbt.

www.bioleder.at